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	<description>Zwischen Analyse und Aufruhr</description>
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	<title>Realpoesie</title>
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		<title>Govinda am Ausgang &#8211; Eine stille Begegnung</title>
		<link>https://realpoesie.de/2025/06/27/govinda-am-ausgang-eine-stille-begegnung/</link>
					<comments>https://realpoesie.de/2025/06/27/govinda-am-ausgang-eine-stille-begegnung/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Realpoesie]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Jun 2025 20:17:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Poesie der Orte]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Begegnung]]></category>
		<category><![CDATA[Flora Köln]]></category>
		<category><![CDATA[Govinda spricht]]></category>
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		<category><![CDATA[phil.cologne]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Meditation]]></category>
		<category><![CDATA[Resonanz]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Habeck]]></category>
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		<category><![CDATA[Verletzlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Zärtlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine stille Begegnung mit Robert Habeck –<br />
und ein Text, der etwas wusste, bevor es geschah.<br />
Über Sprache, Resonanz und das, was zwischen den Worten liegt.</p>
<p> <a class="continue-reading-link" href="https://realpoesie.de/2025/06/27/govinda-am-ausgang-eine-stille-begegnung/"><span>Weiterlesen</span><i class="crycon-right-dir"></i></a> </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Eine Begegnung mit Robert Habeck. Und das seltsame Phänomen, wenn ein Text etwas weiß, bevor es geschieht: Ein Abend, der antwortet. Auf etwas, das noch keinen Namen trug.</em></p>



<p>Ich wusste nicht, dass er es sagen würde. Er wusste nicht, dass ich das geschrieben hatte. Und doch war es da. In seinen Worten. In meinem Text. Als hätten wir beide dieselbe Richtung gespürt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Es gab keinen offiziellen Rahmen. Keinen Signiertisch, kein Licht, keine Unterschrift. Nur den Ausklang eines Abends und das offene Ende eines Gedankens.</p>



<p><em>23:17 Uhr, Flora, Köln. phil.cologne.</em></p>



<p>Ich stand draußen. Ein Zug an der Zigarette. In meiner Tasche lag das Heft mit dem Text, den ich für ihn geschrieben hatte: <em>Govinda spricht. Eine politische Meditation über Sehnsucht, Macht und Zärtlichkeit.</em></p>



<p>Dann fuhr die schwarze Limousine vor. Und ich wusste: Wenn nicht jetzt, dann nie.</p>



<p>Er kam. Kein politischer Tross. Nur zwei Bodyguards. Und ein offener Blick.</p>



<p>Er nahm sich Zeit. Für jede*n. Und zuletzt: für mich.</p>



<p>Ich sagte: <em>Robert, ich habe noch was für dich. Meine Antwort auf den Lärm. Deine Sprache hat mich eingeladen. Dies ist mein Dank. An den Politiker und noch mehr an den Menschen, der durchgehalten hat.</em></p>



<p>Ich reichte ihm den Text. Als Dank. Ich wollte ihn daran erinnern, dass Sprache noch wirken kann, wenn sie es ernst meint.</p>



<p>Er strahlte. Berührbar trotz aller Schutzgesten. Seine Hand auf meinem Arm. Nicht dominant, nur präsent. Er sagte: <em>Vielen, vielen, vielen Dank.</em> Ich nur: <em>Pass auf dich auf.</em> Und ging.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Drinnen auf der Bühne hatte er über Paul Celan gesprochen. Den Dichter der Sprachreste. Der aus Trümmern neue Wahrheiten formte. Von Verwundbarkeit. Von Räumen, in denen nicht sofort geurteilt wird und noch gehofft werden darf.</p>



<p>Ich hörte zu. Mit offenem Mund. Denn ich hatte es längst geschrieben. Bevor ich wusste, dass er es sagen würde.</p>



<p><em>„Zärtlichkeit ist die radikalste Form von Macht, wenn sie aus Wahrheit kommt.&#8220;</em></p>



<p><em>„Gedanken, die nicht in Talkshow-Minuten passen.&#8220;</em></p>



<p><em>„Ein Gedicht an eine Möglichkeit.&#8220;</em></p>



<p>Es war Resonanz.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Vielleicht ist es das, was bleibt. Kein Autogramm. Kein Foto. Stattdessen ein Moment, in dem zwei Sprachen dieselbe Stille hörten und dieselbe Hoffnung weitertrugen, in unterschiedlichen Worten.</p>



<p>In diesem Moment habe ich erkannt, dass politische Sprache noch nicht tot ist. Sie stirbt an Sprachlosigkeit. Und sie lebt dort, wo jemand es wagt, verletzlich zu sprechen: gegen den Lärm, gegen die Zyniker, gegen das Geschäft mit der Vereinfachung.</p>



<p>Politik beginnt nicht erst im Parlament. Sie beginnt, wenn ein Satz in einem anderen Menschen nachhallt. So tief, dass niemand mehr weiß, wer ihn zuerst gedacht hat. Das ist kein Echo. Es ist Ursprung. Und Ursprung entsteht immer gemeinsam.</p>



<p>Vielleicht gilt, was schon die Gita sagte: Wahrheit entsteht in geteiltem Denken. Politik ist dann diese gemeinsame Erinnerung an das, was wir noch nicht verloren haben. Deshalb bleibt mir von diesem Abend nur eine Gewissheit: Wenn Sprache ernst gemeint ist, dann wird sie wieder politisch. Als Macht, die trägt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><strong>Bhagavad Gita 10.9</strong><br>मच्चित्ताः मद्गतप्राणाः बोधयन्तः परस्परम्।<br>कथयन्ति च मां नित्यं तुष्यन्ति च रमन्ति च॥</p>



<p>mac-cittāḥ mad-gata-prāṇāḥ<br>bodhayantaḥ parasparam<br>kathayanti ca māṁ nityaṁ<br>tuṣyanti ca ramanti ca</p>



<p><em>Mit ihrem Denken in mir,<br>mit ihrem Atem mir geweiht,<br>sprechen sie miteinander –<br>erinnern mich im Anderen,<br>und finden darin Freude und Erfüllung.</em></p>
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		<title>Zwischen Festland und Meer &#8211; Baltrum. Ein Grenzort</title>
		<link>https://realpoesie.de/2025/05/11/zwischen-festland-und-meer-baltrum/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Realpoesie]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 May 2025 09:46:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Poesie der Orte]]></category>
		<category><![CDATA[Baltrum]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Nordsee]]></category>
		<category><![CDATA[Ostfriesische Inseln]]></category>
		<category><![CDATA[Wattenmeer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Essay über Baltrum als Insel im Wandel, als Seelenort, als politische Metapher.<br />
Zwischen Rückzug und Widerstand, zwischen Fragilität und Kraft.</p>
<p> <a class="continue-reading-link" href="https://realpoesie.de/2025/05/11/zwischen-festland-und-meer-baltrum/"><span>Weiterlesen</span><i class="crycon-right-dir"></i></a> </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein Schritt durch den Sand.<br>Die Schuhe in der Hand.<br>Das Watt vor mir. Flach, offen, atmend.<br>Ich bin angekommen. Oder verloren. Oder beides.</p>



<p>Es beginnt mit einem Geräusch, das keines ist.<br>Stille. Nicht als Abwesenheit von Klang, sondern als Anwesenheit von Raum.<br>Ich stehe dort, wo Baltrum endet – wo das Watt die Küste küsst.<br>Der Wind ist scharf, das Licht unerbittlich klar.<br>Hinter mir das Dorf. Vor mir der Schlick: weich, weit, wie eine zweite Haut über der Erde.<br>Alles fließt. Nur ich stehe.</p>



<p>Baltrum ist eine Insel. Aber mehr noch: ein Zwischenraum.<br>Kein Ort für Eile, kein Ort für Autos. Eine Sandbank, die sich widersetzt.<br>Sie lebt vom Kommen und Gehen. Vom Gezeitenwechsel. Von ständigen Verschiebungen.<br>Was gestern war, ist morgen vielleicht fort.<br>Und doch bleibt Baltrum. Noch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Inseln im Dazwischen</h2>



<p>Ich komme mehrmals im Jahr hierher.<br>Nicht um Urlaub zu machen, sondern um mich zu erinnern, wer ich bin, wenn die Systeme verstummen.<br>Baltrum ist mein Seelenort, weil es mich zwingt zuzuhören: dem eigenen Atem, dem Rhythmus der Gezeiten, der Fragilität des Bodens unter meinen Füßen.</p>



<p>Die Insel Baltrum ist weder ganz Land noch ganz Meer.<br>Wie alle ostfriesischen Inseln ist sie in Bewegung.<br>Sie wandert, verliert Land, gewinnt neues.<br>Ihre Form ist flüchtig. Ihre Existenz fragil.<br>Und doch wird sie bewohnt, geliebt, verteidigt.<br>Sie ist Bühne und Akteurin zugleich: ein Spielball der Natur und ein Ort gelebter Kultur.</p>



<p>Wie die Insel selbst ist auch das Denken hier ein Ort des Dazwischen:<br>Zwischen subjektiver Reflexion und öffentlicher Sprache.<br>Zwischen Analyse und Aufruhr.<br>Zwischen dem, was war, und dem, was vielleicht noch werden kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was bleibt, wenn alles fließt?</h2>



<p>Baltrum ist bedroht.<br>Vom steigenden Meeresspiegel.<br>Vom Druck des Ausverkaufs.<br>Vom ökonomischen und ökologischen Wandel.<br>Aber auch vom inneren Widerspruch: Rückzugsort zu sein und zugleich geöffnet für Gäste, für Veränderung, für Leben.<br>Ich glaube, dass Orte wie Baltrum eine Frage an uns richten, die wir nicht länger vertagen dürfen:<br>Wollen wir bewahren, was uns trägt – oder verlieren, was wir nie besessen haben, aber gebraucht hätten?<br>Und vielleicht liegt genau in diesem Widerspruch<br>zwischen Verletzlichkeit und Vitalität<br>der eigentliche Kern ihres politischen Potenzials.</p>



<p>Die Insel ist ein Ort des Widerstands. Gegen das Vergessen, gegen das Versinken, gegen die Gleichgültigkeit.<br>Vielleicht ist Baltrum politischer als jede Demo auf festem Land.<br>Weil hier täglich verhandelt wird, was uns zusammenhält, wenn das Sichtbare schwindet.<br>Sie organisiert sich, schützt sich, denkt sich neu.<br>Küstenschutz, Ehrenamt, soziale Innovationen: alles auf engstem Raum, getragen von wenigen Händen.<br>Was hier geschieht, ist nicht klein. Es ist verdichtet.<br>Wie unter einem Brennglas: unsere Fragen, unsere Ängste, unsere Hoffnungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Baltrum denkt</h2>



<p>Baltrum ist nicht nur ein Ort, an dem ich denke.<br>Die Insel ist ein Ort, der mich denkt.<br>Ihre Reduziertheit fordert mich heraus.<br>Keine Autos, kein Tempo, kein Lärm, aber auch keine Ausflüchte.</p>



<p>Vielleicht ist das, was hier geschieht, genau das, was der Soziologe Hartmut Rosa Resonanz nennt:<br>Eine lebendige Beziehung zur Welt, die mich berührt und verwandelt.<br>Nicht planbar. Nicht erzwingbar. Aber möglich. Hier.</p>



<p>Der Rhythmus der Gezeiten wird zum Takt meiner Wahrnehmung.<br>Jeder Weg über das Watt wird zur Frage:<br>Worauf kann ich gehen, wenn das, was trägt, bald wieder unter Wasser steht?</p>



<p>Viele sagen: Auf Baltrum kommt man bei sich selbst an.<br>Ich sage: Baltrum ist der Ort, an dem ich mich verliere, um mich neu zu verorten.<br>Nicht als Rückzug, sondern als Verbindung.<br>An das, was trägt.<br>An das, was vergeht.<br>An das, was jenseits von Kontrolle liegt, aber nicht jenseits von Verantwortung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Und dann?</h2>



<p>Dann verlasse ich die Insel.<br>Nie ganz. Nie endgültig.<br>Ich nehme sie mit: in mein Schreiben, in mein Fragen, in mein Pochen auf leise Räume im lauten System.</p>



<p>Vielleicht brauchen wir solche Orte mehr denn je.<br>Nicht als Fluchtpunkte. Sondern als Möglichkeitsräume.<br>Zwischen Festland und Meer.<br>Zwischen Gestern und Morgen.<br>Zwischen dem, was ist und dem, was werden könnte.</p>



<p>Baltrum zeigt: Ein Ort kann fragil sein und dennoch Kraft spenden.<br>Er kann sich bewegen und zugleich Halt geben.</p>



<p>Was sich wandelt, muss nicht weichen.</p>



<p><em>Vielleicht lässt sich das, was Baltrum lehrt, folgendermaßen ausdrücken: Resonanz ist kein Zustand, sondern eine Praxis. Hartmut Rosa nennt es eine „Antwortbeziehung&#8220; zur Welt: ein Hören und Berührtwerden, das uns verwandelt (Rosa 2016). Die politische Ökologie erinnert uns daran, dass diese Beziehung niemals nur menschlich ist: Sie schließt Gezeiten, Sandbänke, Sturmfluten ein – all das, was Bruno Latour „Dingparlamente&#8220; nannte (Latour 2001). Baltrum ist ein solches Parlament. Ein Ort, an dem nicht nur Menschen sprechen, sondern auch das Meer, der Wind, die Erosion. Und wer zuhört, lernt, dass Fragilität keine Schwäche ist. Sie ist die Bedingung des Lebendigen.</em></p>



<p></p>
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